ADLER, Hans Günther


Immer inmitten


Immer inmitten, immer inmitten

durch alle Wunderbezirke geschritten,

ferne der Heimat doch nahe dem Born,

was hat nicht die Seele alles erlitten,

bald streift sie im Moose,

bald reißt sie der Dorn,

immer inmitten, immer inmitten.


Immer inmitten, immer inmitten

Zwischen Verzagen und brünstigem Bitten

findet der Mensch sich ins bergende Haus,

langsam vergißt er, was er gestritten,

endigt ihm einmal gespensticher Braus

immer inmitten, immer inmitten.


Immer inmitten, immer inmitten,

kommt schlafend der Tod in das Leben geritten.

Prasselnde Weise, seltsam verklirrt.

Sagen kann niemand, was morgen nun wird:

immer inmitten, immer inmitten.



Die Totenmühle


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Gebranntes Leid stockt in der Totenmühle,

Geduckte Leiber dünsten, grell verwühlter Wust

Verquert sich feucht verschmiert in schlimmer Kühle,

Von Feuer schwelend staubig überrußt,


Und irres Kreischen, wahnzerschlißnes Treiben

Zerritzt den scharf gefleckten Tag, in Stück und Bruch

Verkrümeln Hände klamm vor Gitterscheiben,

Und Hunger knister in ein Tränentuch


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An Bettina

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Der Weg ist sanft, und jeder Schritt bewußt

Im Traume noch. Ganz anders in der Welt

Ersprießt Gesang. Hier auf dem Weg keimt Lust,

Viel Spuren leuchten auf vertrautem Feld.

Vertraut steigt sichtbar aus dem Schimmerblust

Die Zukunft aufgeweckt, verheißend hält

Sie treue Wacht. „Nimm hin!“ Frei wird die Brust

Im Sommersegen, froh ihm zugesellt.


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