MÄNNLING, Johann Christoph


Eine Totenbahre mit einem Sarche könnte gar artlich auf eine Begräbnis also gemacht werden:



Mein Wanderer steh still allhier

Es liegt der Tugend-glantz und Zier

Auf..dieser..schwarzen….Totenbahre

Das Leichen tuch deckt die muntren Jahre

Jedoch…der…Nach-Klang…russt…noch…aus:

Hier.…. Ist......der…..Ruh.….ihr.….sichres..Hauss

Dahin…der…Selige…den…matten…Leib…verstecket

Bis einsten Sand und Grauß

Wird durch der Lebens-geist des Höchste stehn erwecket

Da wird der Tod…....…… …… Gleich Phönix Brut

Und Sein Gebot..……..…..…...In…frischem…..Mut

…Wie Eiss zergehn……………….Jetzt bleibt der Ruhm

…Er….aber…stehn …..……......Sein……......Eigentum



KettenReim


Venus deine starke Macht

Macht, das Herz und Lippe Lacht

Lacht zwar doch bei schweren Sorgen

Sorgen muss man bis zum Morgen

Morgen aber ist die Not

Not und Seufzen unser Brot.



Ein Exempel eines kurtzen Jambischen Madrigal soll dieses sein:


Ist deine Brust von Fleisch und Bein

Wie kannst du doch so hart sein

Und Ätnas Wunder an dich nehmen?

Das Herz ist kalt

Der Mund ist feuerrot

In Augen tr ä g st du Glut

das Leben und den Tod

Von Jahren bist du jung

von Wundertaten alt

O sch ö n s te grau s ame Ge s talt!



Ein Exempel einer grossẽ Madrigal ſ ey folgende Leich-Gedichte .


Ein Pilgramm eile nicht

Lass dich die blasse Toten lehren

Dass deine schnelle Flucht zerbricht

Wenn nur ein Stein wird deinen Fuss versehren

Wie mir dergleichen widerfährt:

Ich schliesse nun den Rest der Jahre

Wie meine Leibeslichter zu

Mein Wohnhaus heist die schwarze Totenbahre

Der Tod der Port der Ruh.



Übertragung in modernes Deutsch: Z. DE MEESTER